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QR-Code auf dem Typenschild: Anforderungen und Platzierung

Die Maschinenverordnung verlangt eine Angabe, wie die digitale Betriebsanleitung erreichbar ist. Was daraus für Größe, Kontrast und Position eines QR-Codes folgt.

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Der QR-Code auf dem Typenschild ist die einzige Stelle, an der die Umstellung auf digitale Betriebsanleitungen die Maschine selbst berührt. Alles andere spielt sich in Dokumenten, auf Servern und in Prozessen ab. Hier dagegen wird eine Adresse in Metall gebracht, dauerhaft und ohne die Möglichkeit, sie später zu korrigieren. Entsprechend lohnt es sich, die Anforderungen zu trennen. Was der Verordnungstext verlangt, ist der kleinere Teil. Der größere Teil ist eine Frage der Fertigung und der Lesbarkeit unter den Bedingungen, unter denen der Code tatsächlich benutzt wird: in der Halle, bei schlechtem Licht, mit Handschuhen und unter Zeitdruck.

Was der Verordnungstext zur Fundstelle verlangt

Die Verordnung (EU) 2023/1230 lässt die digitale Bereitstellung der Betriebsanleitung zu und knüpft sie in Artikel 10 Absatz 7 an Bedingungen. Eine davon betrifft die Fundstelle: Der Hersteller muss angeben, wie die digital bereitgestellte Anleitung erreichbar ist. Für diese Angabe schreibt der Text keine bestimmte Technik vor. Ein QR-Code ist eine mögliche Umsetzung, ein aufgedruckter Link in Klartext eine andere, und beide zusammen sind ebenfalls zulässig.

Daneben stellt Anhang III Anforderungen an die Kennzeichnung der Maschine. Wer den QR-Code auf das Typenschild setzt, bringt ihn damit in unmittelbare Nähe zu Angaben, deren Inhalt und Dauerhaftigkeit dort geregelt sind. Das ist praktisch sinnvoll, weil das Typenschild die Stelle ist, an der ein Techniker ohnehin nach Maschinendaten sucht. Es bedeutet aber auch, dass der Code den gleichen mechanischen und chemischen Belastungen ausgesetzt ist wie die übrige Kennzeichnung.

Die weiteren Bedingungen aus Artikel 10 Absatz 7 betreffen nicht den Code, sondern das, was hinter ihm liegt: das Format, in dem die Anleitung vorliegt, und den Zeitraum, über den sie zugänglich bleiben muss. Eine Aufschlüsselung der einzelnen Bedingungen steht in Was Artikel 10 Absatz 7 konkret verlangt.

QR-Code und Klartext gehören zusammen

Ein QR-Code ist maschinenlesbar und für Menschen ohne Gerät wertlos. Fällt das Gerät aus, ist der Code beschädigt, verbietet eine Werksregelung Kameras im Produktionsbereich oder scheitert das Scannen an einer verkratzten Oberfläche, bleibt ohne zusätzliche Angabe nichts übrig, womit sich die Anleitung finden ließe.

Deshalb sollte neben dem Code dieselbe Adresse in lesbarer Schrift stehen. Das hat eine Nebenwirkung, die die Gestaltung mitbestimmt: Eine Adresse, die ein Mensch abtippen soll, muss kurz und eindeutig sein. Lange, aus Datenbankschlüsseln zusammengesetzte Pfade sind für den Code selbst unproblematisch, für die Klartextzeile aber unbrauchbar. Wer beides auf dasselbe Schild bringt, entscheidet sich damit faktisch für eine kurze Adresse.

Eindeutigkeit heißt dabei, Zeichen zu vermeiden, die beim Abtippen verwechselt werden: die Ziffer 1 gegen den Kleinbuchstaben l, die Null gegen den Großbuchstaben O.

Wohin der Code zeigen sollte

Die Adresse hinter dem Code ist die eigentliche Festlegung. Sie wird zusammen mit der Maschine ausgeliefert und lässt sich danach nicht mehr ändern, während die Systeme, in denen sie aufgelöst wird, sich laufend verändern. Drei Punkte folgen daraus.

  • Die Adresse sollte in einem eigenen, stabilen Namensraum liegen und nicht in

der Pfadstruktur der Marketing-Website, die beim nächsten Relaunch neu gedacht wird. Die Gründe sind in PDF auf der eigenen Website im Detail beschrieben.

  • Die Adresse sollte nichtssagend sein. Produktnamen, Abteilungsbezeichnungen

und Jahreszahlen im Pfad sind Angaben, die später nicht mehr stimmen, sich aber nicht mehr korrigieren lassen.

  • Jede Weiterleitung ist eine zusätzliche Stelle, die ausfallen kann. Eine

Verkürzung über einen externen Dienst verlagert die Beständigkeit der Adresse an einen Dritten, dessen Fortbestand nicht in Ihrer Hand liegt. Was Adressbeständigkeit über lange Zeiträume technisch bedeutet, steht in Zehn Jahre Verfügbarkeit.

Ob der Code auf eine einzelne Datei oder auf eine Übersichtsseite je Baureihe führt, hängt davon ab, wie Sie Versionen zuordnen. Eine Zuordnung nach Seriennummer ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern eine praktische Absicherung gegen den Fall, dass ein Techniker vor einer älteren Maschine steht und die Anleitung einer neueren Ausführung angezeigt bekommt. Der Vergleich der beiden Wege steht unter Seriennummern und Versionen.

Größe, Raster und Fehlerkorrektur

Ein QR-Code besteht aus quadratischen Modulen. Je mehr Zeichen die Adresse hat und je höher die gewählte Fehlerkorrekturstufe, desto mehr Module braucht der Code, und desto kleiner wird bei gleicher Fläche das einzelne Modul. Die Modulbreite ist die Größe, die über die Lesbarkeit entscheidet, nicht die Kantenlänge des Codes.

Die Fehlerkorrektur ist in vier Stufen wählbar, üblicherweise mit L, M, Q und H bezeichnet. Sie erlauben in dieser Reihenfolge die Wiederherstellung eines zunehmend größeren Anteils der Daten, wenn Teile des Codes zerstört sind, und kosten dafür zunehmend Platz. Für eine Maschine, deren Typenschild über Jahre Späne, Reinigungsmittel und mechanische Berührung abbekommt, ist die Wiederherstellbarkeit den Platz meist wert.

Das folgende Rechenbeispiel arbeitet mit frei gewählten Annahmen und ist keine Erhebung. Angenommen, für den Code steht ein Feld von 25 mm Kantenlänge zur Verfügung, und die Adresse ist so kurz, dass ein Raster von 33 mal 33 Modulen genügt. Dann ist ein Modul 25 geteilt durch 33, also rund 0,76 mm breit. Braucht eine längere Adresse ein Raster von 45 mal 45 Modulen, sinkt die Modulbreite bei gleicher Fläche auf rund 0,56 mm.

GrößeAngenommener Wert
Verfügbare Kantenlänge25 mm
Raster bei kurzer Adresse33 × 33 Module
Modulbreite0,76 mm
Raster bei langer Adresse45 × 45 Module
Modulbreite0,56 mm

Setzt man als weitere frei gewählte Auslegungsannahme an, dass die Lesedistanz etwa das Zehnfache der Modulbreite nicht überschreiten soll, ergeben sich rund 7,6 cm gegenüber rund 5,6 cm. Diese Annahme ist an Ihrem eigenen Gerätepark und Ihrem Markierverfahren zu überprüfen; sie zeigt aber die Richtung: Eine kürzere Adresse ist unmittelbar größere Module und damit mehr Toleranz gegenüber Verschmutzung, Blickwinkel und schlechtem Licht.

Zur Geometrie gehört außerdem die Ruhezone. Ein QR-Code braucht rundherum eine freie Fläche von vier Modulbreiten. Wird der Code direkt an die Schildkante oder an eine Beschriftung gesetzt, geht diese Zone verloren, und der Code wird auch dann unzuverlässig gelesen, wenn er selbst einwandfrei markiert ist.

Kontrast, Oberfläche und Markierverfahren

Gelesen wird ein Helligkeitsunterschied. Klassisch ist dunkel auf hell, also schwarze Module auf hellem Grund, und diese Richtung sollte beibehalten werden, weil invertierte Codes nicht von jeder Anwendung erkannt werden. Entscheidend ist weniger die Farbe als der tatsächliche Kontrast an der Oberfläche.

Damit unterscheiden sich die gängigen Verfahren deutlich:

  • Laserbeschriftung auf Edelstahl oder eloxiertem Aluminium liefert scharfe

Kanten und hohen Kontrast. Der Kontrast kann jedoch vom Betrachtungswinkel abhängen, wenn die Oberfläche glänzt und die Markierung als Anlauffarbe erzeugt wird.

  • Nadelprägung erzeugt Punkte statt geschlossener Flächen. Zwischen den

Punkten bleibt Grundmaterial stehen, was den effektiven Kontrast senkt. Entweder werden die Module dann größer ausgelegt, oder das Verfahren scheidet aus.

  • Geätzte oder gravierte Schilder sind mechanisch beständig, leben aber

ebenfalls vom Lichteinfall, weil der Kontrast aus der Tiefe und nicht aus der Farbe kommt.

  • Bedruckte Klebeschilder haben den besten Kontrast und die geringste

Standzeit. Sie sind eine gute Wahl, solange klar ist, wie sie über die Lebensdauer der Maschine ersetzt werden.

Glänzende Oberflächen erzeugen bei Blitzlicht Reflexionen, die den Code genau in der Mitte auslöschen. Eine matte Ausführung ist an dieser Stelle die robustere Wahl. Gewölbte Flächen verzerren das Raster: Auf einem Rohr oder einer Rundung liest ein Gerät den Code schlechter oder gar nicht, weshalb das Schild auf eine ebene Fläche gehört.

Position an der Maschine

Der Code teilt die Position mit dem Typenschild, und das ist nicht immer die beste Stelle für den Zweck. Bei einer großen Anlage sitzt das Typenschild gelegentlich in drei Metern Höhe, hinter einer Schutzumhausung oder auf der Rückseite des Grundrahmens. Ein Code, den niemand mit dem Gerät erreichen kann, erfüllt seine praktische Funktion nicht.

Sinnvolle Auslegungspunkte, die keine rechtliche Vorgabe sind, sondern eine praktische Absicherung:

  1. Der Code sollte im Stehen erreichbar sein, ohne Leiter und ohne Öffnen einer

trennenden Schutzeinrichtung.

  1. Er sollte dort sitzen, wo der Techniker ohnehin arbeitet, also in der Nähe der

Bedieneinheit oder des Schaltschranks.

  1. Er sollte nicht durch nachträglich verlegte Leitungen, Anbauteile oder

Kundenaufkleber verdeckt werden können.

  1. Eine zweite, identische Markierung an anderer Stelle kostet wenig und deckt

die Fälle ab, in denen die erste unzugänglich oder beschädigt ist.

Bei im Freien betriebenen Maschinen kommt UV-Belastung hinzu, die bedruckte Schilder ausbleichen lässt.

Lesbarkeit unter Werkstattbedingungen

Ein Code, der im Musterbau auf dem Tisch funktioniert, sagt wenig über den Servicefall aus. Dort gelten andere Bedingungen: Ölfilm auf der Oberfläche, Handschuhe, Streiflicht oder Gegenlicht und ein Gerät mit verkratzter Kameralinse.

Der zweite Teil betrifft nicht den Code, sondern das Ziel. In Hallen mit Stahlbau und Betonwänden ist die Mobilfunkversorgung häufig schlecht. Führt der Code auf eine Datei von mehreren hundert Megabyte, scheitert der Abruf an der Verbindung und nicht am Code. Eine schlanke Zielseite, die zuerst die Versionsangabe und den Downloadlink zeigt, ist unter diesen Bedingungen deutlich belastbarer als eine direkte Auslieferung einer großen Datei. Dass die Anleitung sich speichern und ausdrucken lassen muss, folgt ohnehin aus Artikel 10 Absatz 7.

Was in den Prüfprozess gehört

Geprüft wird am Ende nicht die Druckvorlage, sondern das fertig markierte Schild. Zwischen beiden liegen Verfahrensschritte, die den Code verändern: Auflösung des Markiersystems, Brennweite, Vorschub, Materialcharge.

Eine belastbare Prüfung umfasst deshalb:

  • Scannen des real markierten Schildes, nicht der Vorlage.
  • Prüfung mit mehreren Geräteklassen, weil sich Kameras und

Erkennungsalgorithmen unterscheiden.

  • Prüfung unter realistischer Beleuchtung und aus der Entfernung und dem Winkel,

aus denen im Betrieb gescannt wird.

  • Prüfung nach mechanischer Belastung, etwa nach Reinigung mit den Mitteln, die

beim Kunden eingesetzt werden.

  • Eine wiederkehrende Prüfung, ob die hinterlegte Adresse noch antwortet.

Der letzte Punkt ist keine Anforderung aus der Verordnung, sondern eine praktische Absicherung. Er dokumentiert, dass die Erreichbarkeit nicht nur einmal hergestellt, sondern über die Zeit beobachtet wurde. Für die Frage, wer die Folgen trägt, wenn eine Adresse ausfällt, gibt es einen eigenen Beitrag unter Wer haftet, wenn die Anleitung offline ist.

Der Aufwand verteilt sich damit auf zwei Stellen. Die Konstruktion legt Größe, Verfahren und Position fest, und diese Entscheidungen sind nach der Auslieferung endgültig. Die Adresse dagegen bleibt eine laufende Aufgabe, die intern gepflegt oder an eine Stelle ausgelagert werden kann, deren Zweck genau die Beständigkeit dieser Adressen ist, etwa an ManualHost. Die Reihenfolge ist dabei eindeutig: Erst steht fest, wie die Adresse aussieht und wer sie hält, danach wird das Typenschild gestaltet.

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